Betrachtungen

Die kaleidoskopische Betrachtungsweise sieht Dinge in ihrem optischen Bild und setzt sich mit ihrem äußeren Erscheinungsbild oder deren Wertebezug vorwiegend gestalterisch auseinander. Trotzdem eröffnet der Kaleidoskopismus vielfältige Möglichkeiten sich mit unserer Welt profund zu beschäftigen und darzustellen.

Den nachfolgenden Gemälden liegen persönliche Gedanken zugrunde. Obwohl ich den Maler eigentlich als Vermittler des Schönen sehe, komme ich zuweilen nicht umhin mich damit zufrieden zu geben, nur die augenfällige Sicht auf unserer Welt wiederzugeben. Allerdings bin ich der Auffassung, dass es nicht genug Farbe gibt, um mit nachdenklichen Bildern die Welt zu verbessern. Wenn ich aber mit einigen meiner Bilder ansatzweise zur Reflexion anregt haben könnte, dann war es wert diese Bilder zu malen.

ATLANTIS

Bei meinen zahlreichen Aufenthalten in Manhattan habe ich immer wieder die Twin-Towers besucht. Es ist mir damals zu einer lieben Gewohnheit geworden mich nachmittags auf dem Dach des nördlichen Turms ( auf dem Gemälde links) einzufinden und in nahezu medidativer Betrachtung den scheidenden Tag über Manhattan, bis in die Nacht mitzuerleben. Zum letzten Mal war das im Juli 2001, wenige Wochen vor der ungeheuerlichen Katastrophe des terroristischen Anschlages am 11. September.
Diese immense Tragödie, bei der fast 3000 Menschen ihr Leben verloren, hat die Welt unwiderruflich verändert. Es ist unbegreiflichem Hass möglich geworden Frieden unvermittelt zu zerstören. Dieses Phänomen ging vordem nur von Völkerfehden und Kriegen aus. Die Zeit vor dem 11. September 2001 liegt daher wie eine für immer versunkene Welt zurück. Wie das sagenumwobene Atlantis.

So habe ich in diesem großformatigen, vierteiligen Gemälde, Manhattan wie in der Legende Atlantis in die Tiefe des Meeres versenkt. Dort soll uns Manhattan in einer virtuellen Fantasie, als ein überdimensionales Diorama erhalten bleiben. Durch die perspektivische Verjüngung der Teilsegmente entsteht der Eindruck vor einem gigantischen Aquarium zu stehen.

Dort schweben, der realen Welt entzogen, eine Meeresschildkröte und ein Delfin mit teilnahmslosem Gleichmut über die Schluchten der Stadt. Dem Betrachtet bietet sich eine apokalyptische Szenerie: Aus der Caldera eine Vulkans ergießt sich der East-River unter der Brooklyn-Bridge wie ein glühender Lava-Acheron, der einer höllischen Quelle entspringt.

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During my numerous stays in Manhattan, I have visited the Twin Towers again and again. At that time it became a nice habit for me to be in the afternoon on the roof of the north tower (on the painting on the left) and to experience the departing day over Manhattan, almost medidatively, until late at night. It was the last time in July 2001, a few weeks before the outrageous catastrophe of the terrorist attack on September 11, 2001. This immense tragedy, in which almost 3,000 people lost their lives, has irrevocably changed the world. It has become incomprehensible, destructive hatred to destroy peace suddenly. Previously, this phenomenon was based on wars. The time before September 11, 2001 is like a world that has been lost forever. Like the legendary Atlantis.

In this large-format, four-part painting, I sank Manhattan to the ocean floor as in the legend Atlantis. There we want to maintain Manhattan in a virtual fantasy, as an oversized diorama. The perspective tapering of the sub-segments creates the impression of standing in front of a gigantic aquarium.

A sea turtle and a dolphin hover over the city's gorges with indifferent equanimity. There is an apocalyptic scene for the viewer: from the caldera of a volcano, the East River pours under the Brooklyn Bridge like a glowing lava acheron that springs from a hellish spring.

BETRACHTUNGSMOMENTE

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EVA AURORA

EVA AURORA

Öl auf Leinwand - 2013 - B 175 cm x H 140 cm

Die Wiege der Menschheit stand in Afrika. So können wir heute verlässlich davon ausgehen, dass die Urmutter der Menschheit, unserer Aller Urahne von dunkler Hautfarbe war. Trotzdem hat aber bisher die Diskriminierung anderer Ethnien, besonders diesen, aber auch der gesamten Menschheit unsagbares Leid beschert. Eva gilt in den christlichen Religionen als die Urmutter. Aurora ist die römische Göttin der Morgenröte. So steht die Namensgebung dieser jungen Frau stellvertretend für die Morgendämmerung der Menschheit. Diese Eva-Aurora schaut uns vorurteilslos fragend an: Quo vado homo "sapiens" ?

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The cradle of mankind was in Africa. So today we can reliably assume that the original mother of humanity, our ancestor of all, was of dark skin tone. Nevertheless, discrimination against other ethnic groups, especially those, but also to all humanity, has brought unspeakable suffering. Eva is considered the original mother in the Christian religions. Aurora is the Roman goddess of dawn. The name of this young woman is representative of the dawn of humanity. This Eva Aurora looks at us without prejudice: Quo vado homo "sapiens"?

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Das nachfolgende Bild, DER TRAUM DER WEISSEN PFERDE, ist meine persönliche Hommage an den deutschen Maler Franz Marc (1880 - 1916), der meine Malerei , insbesondere den Kaleidoskopismus, zweifellos beeinflusst hat. Eines seiner herausragenden Werke " Der Turm der blauen Pferde" , das seit dem zweiten Weltkrieg verschollen ist, hat mich zu diesem Gemälde angeregt. Den Titel des Bildes habe ich so gewählt, dass dieser dem phonetischen Duktus des Titels von Franz Marc entspricht.

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DER TRAUM DER WEISSEN PFERDE -The Dream Of The Withe Horses
Öl auf Leinwand - 135 cm x 170 cm - 2010

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Der Traum der weißen Pferde

In des hellen Mondes Reigen
tanzen sphärenhaft erhoben,
fliegen wie den Sternen eigen,
jagend durch das Silberlicht,
weiße Pferde traumverwoben,
Traum in blauer Zuversicht.

Staub von fernen Sternen scheine
flirrend aus dem Samt der Nacht,
der die Liebenden vereine
und behutsam sie bewacht.

Harald Reiter

DIE ZEIT, DIE LIEBE UND DER TOD - The Time, The Love And The Death
Öl auf Leinwand - 2014 - 180 cm x 145 cm